Hilfswerk für Kinder in Not in Kirgisien
Hilfswerk für Kinder in Not in Kirgisien
Help for Kyrgyzstan

Über Kirgisien

Ein Kirgise in traditioneller Tracht

Kirgisien ist mit ca. 5.5 Millionen Einwohnern ein ziemlich kleiner Staat in Zentralasien. Es grenzt direkt an China, Tadschikistan, Kasachstan und Usbekistan. Dem Auswärtigen Amt zufolge ist der offizielle Landesname Kirgisistan, (Kirgistan ist ebenfalls gebräuchlich), doch scheint Kirgisien der am weitesten verbreitete Name zu sein. Bis vor kurzem bestenfalls unter Literaturkennern durch den gefeierten Schriftsteller Tschingis Aitmatow bekannt ist Kirgisien seit kurzem auch innerer Unruhen wegen in die Schlagzeilen westlicher Medien geraten.

Die Hauptstadt von Kirgisien ist Bischkek, die mit fast einer Millionen Einwohnern die meisten Einwohner des Staates beherbergt. Weite Teile des Landes liegen im Gebirge Tianshan, dass an einigen Stellen über 7.400 Meter Höhe erreicht. Die restlichen Einwohner leben größtenteils im nördlich gelegenen Tschüital oder dem südlich gelegenen Ferghanatal, dass sich über drei Staaten (Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisien) erstreckt und von mehr als zehn Millionen Menschen bewohnt wird.

Entsprechend vielfältig sind die Ethnien in Kirgisien. Die Kirgisen selbst machen nur 65 % der Gesamtbevölkerung aus, weitere 14% sind Usbeken und 12% Russen. Der Rest verteilt sich auf nicht weniger als 80 verschiedene Volksgruppen.

Die Kirgisen sind wie die meisten Turkvölker überwiegend Muslime. Das seit dem 8. Jahrhundert von den Kirgisen besiedelte Gebiet war in der Geschichte wechselnden Herrschern unterworfen: Seit dem frühen 13. Jahrhundert war es Teil des Mongolenreichs Dschingis Khans und blieb bis ins 18. Jahrhundert mongolisch, fiel dann aber unter Chinesische Kontrolle. Kurz darauf jedoch fiel es dem russischen Zarenreich zu. Die russische Vorherrschaft sollte sich bis zum Ende der Sowjetunion halten. Das Ende des kalten Krieges bedeutete somit auch die ersten Gehversuche Kirgisiens als eigenständiger Staat. Nach einer kurzen, demokratischen Phase wurde die Regierung des Präsidenten Akajew schon in den 1990ern jedoch autoritär und erst die „Tulpenrevolution“ nach den Parlamentswahlen 2005 führte zu dessen Sturz.

Leider erwiesen sich die folgenden Regierungen als eher instabil. In der ersten Jahreshälfte 2010 geriet Kirgisien erneut in die Schlagzeilen. Erst wegen Kämpfen zwischen Opposition und Regierung, kurz darauf wegen ethnischer Spannungen zwischen Kirgisen und Usbeken im südlichen Teil des Landes. Diese Unruhen hatten nicht nur viele Todesopfer zur Folge, sondern vertrieben auch zehntausende Menschen aus ihren Häusern und Heimatregionen.

Diese politischen Bedingungen tragen keineswegs dazu bei die ohnehin durch ihr kommunistisches Erbe belastete Wirtschaftslage zu verbessern. Die Wirtschaft ist vor allem durch die Landwirtschaft geprägt (35% des BIP), während die Industrie nur 15% ausmacht. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 50% der gesamten Wirtschaftsleistung auf dem Schwarzmarkt erbracht wird, während mehr als 40% der Gesamtbevölkerung unter der Armutsgrenze leben. Viele sind auf Zahlungen von im Ausland arbeitenden Verwandten angewiesen. Durch relativ hohe Inflationsraten wird statt der Landeswährung SOM häufig auch der US-Dollar benutzt.

Insgesamt gesehen erleichtern die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen die Arbeit unseres Hilfswerkes für Kinder in Not keineswegs. Da das staatliche Budget sich als permanent unzureichend erweist sind wir fast ausschließlich auf private Spenden angewiesen. Das Fehlen dynamischer Rahmenbedingungen für Unternehmer – und somit auch: ausländischen Investoren – limitiert die Anzahl an Geldgebern vor Ort, die wissen wie bitter nötig die Hilfe hier ist. Typischerweise organisieren wir deshalb in Westeuropa weitere Unterstützung, oft in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Hochschulen.

Kirgisien – Land und Leute

Landkarte Kirgisiens

Landkarte Kirgisiens

Weite Teile Kirgisiens sind im Hochgebirge gelegen oder von der Steppe geprägt. Nicht weniger als 80 verschiedene Ethnien leben in diesem an vier andere Staaten angrenzenden Land, dass nach dem Ende des Kalten Krieges zum ersten Mal wirklich unabhängig wurde.

Die Bevölkerung

Traditionell lebende Familie in Kirgisien

Nur ca. ein Drittel aller in Kirgisien lebenden wohnt in Städten. Traditionelle Lebensweisen haben sich hier weitgehend erhalten und viele Menschen sind in der Landwirtschaft tätig. Nomadentum wird allerdings nur noch saisonal praktiziert. (Quelle)